Hier muss ich zunächst etwas genauer auf den Unterschied zwischen der Philosophie des Platon und der des Aristoteles eingehen:

Platon ging davon aus, dass alles, was der Mensch sehen, hören oder fühlen kann, letztlich Schatten übernatürlicher Ideen sind. Er formulierte das berühmte Höhlengleichnis, in dem er die Menschen mit Wesen verglich, die in einer Höhle so gefesselt seien, dass sie nur die Schatten der Wesen, die außen vorbeigingen, sehen könnten. (auf dem Bild mit den Rücken an den Tisch gelehnt).

Der Mensch könne zwar Beispiele für Krüge, Feuerstellen, Gesichter, Tiere etc. wahrnehmen. Von diesen gewinne er aber, wie von Modellen, nur eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Wesen im Original aussähen. Das Original selbst könne er auf Erden niemals genau erkennen.

Hier am Beispiel des Pferdes dargestellt: Der Mensch sieht auf der Erde verschiedene Pferde. Indem er deren Eigenschaften zusammennimmt, kann er eine Idee gewinnen, wie das Ideal eines Pferdes aussieht. Auf der Erde existiert dieses Ideal nicht.

 

Der Ansatz des Aristoteles ist nun ein ganz anderer: Er geht von der Wirklichkeit aus und ordnet die sichtbaren Dinge nach gemeinsamen Kriterien. Seine Werke sind weit weniger bildlich, sodass es auch keine speziellen Bilder zur Philosophie des Aristoteles im Netz gibt. Seine Darstellung des Pferdes sähe wohl etwa so aus:

Durch genaue Beobachtung aller Tiere stellt er Gemeinsamkeiten fest. Viele Dinge haben Pferd, Rind und Hund gemeinsam: Sie sind Säugetiere, haben vier Beine, auf ihrer Haut haben sie dichte Haare, ein Fell.

Pferd und Rind haben verhornte Zehenspitzen. Sie sind Huftiere, der Hund nicht. Außerdem fressen sie Pflanzen, der Hund Fleisch.

Weiter stellt man fest: Der Pferdehuf ist ein Stück, der Rinderhuf gespalten. Das Pferd hat außerdem eine lange Mähne und einen Schweif aus einzelnen Haaren als Schwanz, das Rind nicht.

Alle Tiere, auf die diese Kriterien (Säugetier, Pflanzenfresser, Einhufer, Mähne, Schweif) zutreffen, nennt man also Pferde.

 

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