Kritik
an Thomas in der Reformation
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Vor allem aber wurde zu Zeiten der
Reformation Kritik an Thomas laut. Dies wird uns klarer, wenn wir uns die
Grundzüge des Denkens der Reformatoren anschauen: |
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Im Denken Luthers oder Calvins ist es,
wie wir auf dem Bild symbolisch dargestellt sehen, ausschließlich Gott,
der auf die Menschen zugeht. Alle Werke des Menschen sind letztlich
unvollkommen, wenn nicht sogar unnütz. Luther sprach davon, dass der Mensch sola
gratia - allein aus Gnade zu Gott finden konnte. Zudem ist für die Reformatoren
ausschließlich die Bibel, nicht die Lehren der Kirchenväter und auch nicht
vernünftige Argumente, ein Weg, um die Wahrheit zu erkennen. Thomas war für sie also zu
intellektuell, sein Menschenbild zu optimistisch. Zudem kritisierten die Reformatoren
die Theologie der Spätscholastik mit ihrem Bemühen, jede einzelne Frage nicht
nur zu behandeln, sondern exakt zu klären – also in welchem Moment genau Brot
und Wein zu Leib und Blut Christi werden, ob die Sünde auch dann vergeben
ist, wenn sich der Priester bei der Absolutionsformel verspricht. Die Kritik an solchen
Spitzfindigkeiten wurde letztlich auf die Scholastik insgesamt und damit auf
Thomas und andere übertragen. Zusammengefasst warfen ihm also die
Reformatoren Abkehr von der Bibel als Prinzip der Offenbarung,
Intellektualisierung des Glaubens und Ethisierung – und damit letzendlich
Über-flüssigmachen – der Gnade Gottes vor. |
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