| Davon, dass die evangelischen Theologen das
Dogma von der Unbefleckten Empfängnis weitgehend
ablehnten, habe ich bereits gesprochen. Wenn wir hier
in Deutschland über ökumenische Diskussion sprechen,
meinen wir in erster Linie Diskussion mit
evangelischen Christen. Weltweit spielt allerdings die
Auseinandersetzung mit der Orthodoxie eine ebenso
wichtige Rolle. |
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| Um die gewaltigen
Unterschiede zwischen beiden Kirchen zu verdeutlichen,
wollen wir uns nun zwei typische Altarräume ansehen: |
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| Evangelischer Kanzelaltar Pfarrkirche Dippoldiswalde, Sachsen, Deutschland |
Orthodoxe Ikonostase Maria-Verkündigungs-Kathedrale Kreml, Moskau, Russland |
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| In
der
evangelischen
Kirche auf dem Bild links stehen Taufstein, Altar,
Kanzel und Orgel übereinander. Es gibt in der Kirche
nur einen Blickfang, der Pfarrer hält sich während des
Gottesdienstes stets im gleichen Raum auf und kann von
allen Gläubigen gesehen werden. |
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| Der
orthodoxe
Altar
liegt hinter einer verschlossenen Tür. Die Menschen
sehen und hören nicht, was der Priester am Altar tut.
Was sie sehen, sind Ikonen und brennende Kerzen. |
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| Dies
verdeutlicht
die
Funktion des Gottesdienstes: In der evangelischen
Kirche hat der Gottesdienst die Funktion, den
Gläubigen das Evangelium näher zu bringen. Der Pfarrer
ist in erster Linie Lehrer und Prediger. In der
Orthodoxie ist der Gottesdienst Lobpreis Gottes und
die Gläubigen sind sich bewusst, dass Gott jenseits
allen Begreifens liegt. Die Ikonen sind lediglich ein
schwaches Abbild der Herrlichkeit Gottes; sie erklären
nichts. |
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| Entsprechend
ist
auch
die Theologie beider Kirchen: Die evangelische Kirche
sucht Erklärungen, die orthodoxe Kirche betont die
Unerklärbarkeit Gottes. Der evangelische Christ fragt
nach den Anweisungen der Bibel, der orthodoxe Christ
sucht das Beispiel der Heiligen. |
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| Entsprechend
unterschiedlich sind auch die Reaktionen
auf das Dogma: |
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