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Mit der Frage, ob Jesus
wahrer Gott war bzw. wie es zusammenpasst, dass er,
wie das Konzil von Chalkedon 451 formulierte, wahrer
Gott und wahrer Mensch ist,
tauchte zugleich die Debatte auf, ob man Maria als Gottesmutter
bezeichnen kann. Dies ist klar: Die Mutter eines
Ingenieurs ist eine Ingenieursmutter und somit war
Maria, wenn Jesus wahrer Gott war und ist, auch
Gottesmutter. |
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Seit Augustinus, der die Lehre
von der Erbsünde, das heißt, dass der Mensch durch
die Ursünde Adams von
Grund auf verdorben sei, formulierte, stellte sich
damit auch die Frage, ob damit auch Jesus – das
heißt, Gott selbst – dieser Erbsünde unterworfen
sei. |
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Somit
bildete sich schnell die Überzeugung, bereits vor
der Geburt Jesu müsse Gott eingegriffen haben und
bereits die Mutter Seines Sohnes von der sündigen
Natur bewahrt haben. |
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Dieses
Fest der Erwählung Marias, in der Kirchensprache
„Empfängnis der Gottesmutter Maria“ – man beachte:
Wie auch heute noch in der Orthodoxie ohne das Wort
„unbefleckt“ – dürfte ab dem 7. Jahrhundert in der
Ostkirche gefeiert worden sein. Ab dem 11.
Jahrhundert ist es auch im Westen nachweisbar. |
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Der
Grund für diese Zeitverzögerung liegt darin, dass
der Westen Europas während der Völkerwanderungszeit,
d.h. zwischen 500 und 800, sehr instabil war: Reiche
wurden gegründet und wieder erobert. Im Osten
dagegen war die Macht des Kaisers von Konstantinopel
groß und so konnte sich der Brauch bald im ganzen
Byzantinischen Reich durchsetzen. |
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