Im Jahr 741 starb Karl Martell, der mächtigste Mann im Frankenreich. Nach seinem Tode wurde das Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt. Dabei versuchten die Söhne aus erster Ehe, Pippin und Karlmann, ihren Halbbruder Grifo zu übergehen. Herzog Odilo von Bayern, obwohl Schwiegersohn Karl Martells und Schwager Pippins und Karlmanns, verbündete sich mit Grifo gegen sie.

 

 Nachdem sie Grifo ins Kloster geschickt hatten, gerieten Karlmann und Pippin in Streit miteinander. Karlmann versuchte dabei, Bonifatius für sich zu gewinnen, indem er ihm Unterstützung für die noch immer anstehende Kirchenreform versprach.

 

 Da Herzog Odilo von Bayern zum Gegner Karlmanns wurde, musste Bonifatius Bayern verlassen. Nachdem sich Karlmann und Pippin geeinigt und das Reich untereinander aufgeteilt hatten, stieg jedoch der Einfluss des Bonifatius im Reich selbst wieder, denn er hatte mit Karlmann, der die Osthälfte erhalten hatte, gemeinsame Gegner: Den alten, den Merowingerkönigen hörigen Adel, der Karlmanns Oberherrschaft gefährdete und aus dessen Reihen meist auch die Bischöfe kamen.

 Diese Bischöfe interessierten sich oft mehr für weltliche Dinge wie Krieg und Jagd als für ihre religiösen Pflichten.

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 Im Jahr 743 gelang es Bonifatius endlich, eine Bischofsversammlung, ein Konzil im gesamten Frankenreich einzuberufen. Dies hätte nach dem damaligen Kirchenrecht eigentlich regelmäßig erfolgen sollen, war aber wegen des geringen geistlichen Interesses der fränkischen Bischöfe seit über hundert Jahren nicht erfolgt.

 Dank der Unterstützung Karlmanns setzte sich Bonifatius auf ganzer Linie durch. Nicht nur wurde er als Erzbischof für den Karlmann unterstehenden Ostteil des Frankenreichs anerkannt, er erreichte auch, dass adelige Kirchenherren verpflichtet wurden, Kirchenvermögen aus Stiftungen, das sie oder ihre Vorfahren an sich gebracht hatten, wieder zurückzuerstatten.

 Daneben setzte Bonifatius drei Pflichten für Bischöfe durch: Residenzpflicht, Verbot von Krieg und Jagden und Zölibat Vor allem durch die beiden letzteren Maßnahmen wollte er erreichen, dass Männer sich primär aus Interesse für Glaube und Kirche und nicht aus Ehrgeiz und Machtgier um Bischofssitze bewarben.

 

 Nach dem Konzil gründete Bonifatius die Bistümer Würzburg, Büraburg (nahe dem heutigen Fritzlar) und Erfurt. Damit war die Kirche auch im Osten des Reichs organisiert. Wenn wir uns die Karte ansehen, stellen wir fest, dass die Bistümer, die vor Bonifatius bestanden hatten, überwiegend westlich des Rheins und südlich der Donau, d.h. auf ehemals römischem Gebiet, lagen.

 745 versuchte Karlmann, Bonifatius zum Erzbischof von Köln zu ernennen. Aus unbekannten Gründen gelang es ihm jedoch nicht, dies durchzusetzen. Bonifatius konnte sich in Köln nicht niederlassen und die Stadt wurde nicht Metropole (Erzbischofssitz) für das Frankenreich.

 Statt dessen erhielt Bonifatius ein Jahr später den Erzbischofssitz in Mainz, ohne dass damit jedoch der Aufstieg Mainz‘ zur Metropole verbunden gewesen wäre.

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 Der vergebliche Versuch, Erzbischof von Köln zu werden, war nach Jahren des Erfolgs Bonifatius' erste Niederlage. Schlimmer für ihn wirkte sich jedoch der Rücktritt seines Förderers Karlmann aus. Dessen Bruder Pippin, bisher Hausmeier von Neustrien (Westfranken) wurde dadurch Machthaber des gesamten Reiches.

 Im Gegensatz zu seinem Vater und Bruder genügte es Pippin jedoch nicht mehr, faktischer Herrscher des Frankenreichs zu sein, sondern er beanspruchte den Königstitel. Nach germanischer Tradition lag das Königsheil jedoch auf der Familie der Merowinger, die immer noch offiziell den König stellten und ihre Verbündeten im Adel hatten, obwohl König Childerich längst keine Macht mehr besaß. Damit die Adligen auf seine Seite umschwenkten, brauchte Pippin ihre Unterstützung und versagte aus diesem Grund Bonifatius die Umsetzung des Konzils.

 Auch der Papst konnte wenig tun, um Bonifatius zu helfen: Da die Langobarden wieder einmal vor Rom standen und der ost- römische Kaiser dem Papst nicht zu Hilfe kommen konnte, brauchte dieser die Unter-stützung der Franken. Als Gegenleistung dafür, dass Pippin ihm diese zusagte, bestätigte er dessen 751 erfolgte Wahl zum König.

 So bestätigte Papst Zacharias, der Gregor II. nachgefolgt war, zwar die Verurteilung einiger Gegner des Bonifatius, vor allem einiger Wunderheiler, tat aber nichts, um diese durchzusetzen, sondern überließ die Entscheidung der Versammlung der fränkischen Bischöfe.

 Nachdem seine Möglichkeiten, im Reich zu wirken, eingeschränkt waren, begab Bonifatius sich auf eine erneute Missionsreise nach Friesland, wo er tatsächlich eine größere Gruppe von Menschen fand, die er zu Pfingsten 754 taufen wollte. In der Nacht zuvor wurde er jedoch ermordet - die Legende sagt, von heidnischen Gegnern, die heutige Geschichtsschreibung geht eher von einem Raubmord aus.

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