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Bonifatius
wurde zwischen 672 und 675 bei Exeter in der heutigen
britischen Grafschaft Devon geboren. Sein genaues
Geburtsdatum steht nicht fest. Er wurde auf den Namen
Wynfreth (=Winfried) getauft, was auf angelsächsische
Herkunft schließen lässt. Im Gegensatz zu Iren und
Schotten war die Kirche der Angelsachsen sehr stark an
Rom orientiert, was auch Bonifatius und seine Familie
geprägt haben dürfte
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Bereits 680,
mit höchstens acht Jahren, wurde er von seinen Eltern
ans Kloster Exeter übergeben. Dergleichen war im
Frühmittelalter üblich; die Eltern erhofften sich so
Nachlass von ihren Sünden. Erst im 16. Jahrhundert
verbot das Konzil von Trient diese Praxis.
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Offenbar zeigte
der junge Novize schon als Kind eine außergewöhnliche
Begabung, weshalb sein Abt ihn noch als Kind – das
genaue Jahr steht nicht fest – an das Kloster Nursling
schickte, das damals offenbar über die bessere
Bibliothek und die besseren sonstigen
Bildungsmöglichkeiten verfügte.
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In
Nursling blieb Winfried bis zu seinem Erwachsenwerden.
705 wurde er dort zum Priester geweiht und war als
Grammatiklehrer, was gemäß dem lateinischen
Verständnis etwa einem Gymnasiallehrer entspricht,
tätig. Außerdem verfasste er Bibelauslegungen in
angelsächsischer Sprache.
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Zum
ersten Mal von sich reden machte er, als er 705
vermittelte, als der Erzbischof von Canterbury das
Bistum Winchester, zu dem Nursling gehörte, aufteilen
wollte – damals waren die Vorrechte eines Erzbischofs
gegenüber den ihm unterstellten Bischöfen, den so
genannten Suffraganen, weit größer als heute, sodass
der Erzbischof auch neue Bistümer gründen und Bischöfe
einsetzen sowie disziplinarisch tätig werden durfte.
Ähnliches ist heute noch in den Ostkirchen der Fall.
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Im Jahr
716 unternahm er seine erste Missionsreise nach
Friesland. Da die friesische Sprache der
angel-sächsischen ziemlich ähnlich war, glaubte er,
sich auf diese Mission nicht besonders vorbereiten zu
müssen. Allerdings hatte er Pech: Der Friesenherzog
Radbod versuchte gerade zu dieser Zeit, die
Unabhängigkeit vom Frankenreich zurückzugewinnen und
war aus diesem Grund dem katholischen Glauben, den ja
auch die Franken teilten, nicht gerade wohlgesonnen.
Noch im selben Jahr musste Winfried in seine Heimat
zurückkehren, wo er im folgenden Abt von Nursling
gewählt wurde.
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Eigentlich
zeichnete sich eine durchschnittliche Karriere als
Klostervorsteher in England ab, doch Winfried hatte
andere Pläne.
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